Für Menschen mit Gichtproblemen ist die „Ernährungsumstellung“ ein ständiger täglicher Kampf. Neben Meeresfrüchten, Innereien und Bier stellt sich oft die Frage: Darf man Tee trinken? Lässt das den Harnsäurespiegel steigen oder triggert es gar einen Gichtanfall? Die Antwort mag Sie überraschen: Menschen mit Gicht können Tee trinken, und maßvoller, zuckerfreier Tee wirkt sich sogar positiv auf den Harnsäurestoffwechsel aus.
1. Erhöhen Grüntee, schwarzer Tee und Oolong-Tee die Harnsäure?
Die Antwort lautet: Tee an sich erhöht die Harnsäure nicht.
Ganz gleich, ob es sich um unfermentierten Grüntee, teilfermentierten Oolong-Tee oder vollständig fermentierten schwarzen Tee handelt, ihr Puringehalt ist sehr gering, sodass sie die Harnsäure nicht direkt ansteigen lassen. Bestimmte Inhaltsstoffe im Tee bieten Gichtpatienten sogar die folgenden Vorteile:
- Catechine (EGCG): In Grüntee und schwach fermentiertem Oolong-Tee reichlich vorhanden. Studien zeigen, dass Catechine wirksame Antioxidantien mit entzündungshemmenden Eigenschaften sind, die Gichtbeschwerden lindern können.
- Erhöhte Flüssigkeitszufuhr: Eine wichtige Aufgabe für Gichtpatienten ist es, „häufig zu urinieren“. Tee schmeckt gut, regt zum Trinken an und fördert die Ausscheidung von Harnsäure über den Urin.
- Vorbeugung von Stoffwechselerkrankungen: Tee-Polyphenole helfen dabei, die Insulinsensitivität zu verbessern. Da der Insulinspiegel mit der Harnsäureausscheidung zusammenhängt, lagert sich Harnsäure bei einem guten Stoffwechsel weniger leicht an.
2. Warum haben manche Menschen nach dem Teetrinken Gichtanfälle?
Warum bekommen manche Menschen nach dem Teetrinken Gichtschmerzen? Das liegt meist an folgenden Punkten:
- Gezuckerter Tee: Der häufigste Grund – viele Menschen trinken keinen reinen Tee, sondern Bubble Tea oder Fertig-Eistee aus der Flasche, die reichlich Fructose enthalten. Fructose wird in der Leber sehr schnell zu Harnsäure verstoffwechselt und behindert deren Ausscheidung.
- Die harntreibende und dehydratisierende Wirkung von Koffein: Tee enthält Koffein und wirkt diuretisch. Wenn Sie ausschließlich Tee und kein Wasser trinken oder den Tee zu stark aufbrühen, kann es zu einer leichten Dehydrierung des Körpers kommen, was die Harnsäurekonzentration im Blut relativ ansteigen lässt.
- Empfindlichkeit während eines Schubs: Während eines akuten Gichtanfalls befinden sich die Gelenke in einem Zustand starker Entzündung. Wenn man in dieser Phase zu viel Koffein über Tee aufnimmt, kann dies durch die Stimulation des sympathischen Nervensystems die Schmerzen verstärken.
3. Der richtige Leitfaden zum Teetrinken für Gichtpatienten
Gichtpatienten dürfen Tee trinken; ob Grüntee, Oolong-Tee, schwarzer Tee oder weißer Tee – all das ist völlig unbedenklich. Der Schlüssel liegt in der „Qualität“ und „Menge“ des Getränks. Qualität bedeutet, dass Fructose und Haushaltszucker unbedingt vermieden werden müssen, um einen steilen Anstieg der Harnsäure zu verhindern. Menge bedeutet, dass man vorwiegend milden Tee trinken, keinen zu starken Tee zu sich nehmen und es nicht übertreiben sollte, um eine übermäßige Koffeinaufnahme zu reduzieren. Darüber hinaus sollte man beim Teetrinken auch viel Wasser trinken: Am besten trinkt man nach jeder Tasse Tee gleichzeitig eine Tasse reines Wasser, nach dem Prinzip eines Wasser-Tee-Verhältnisses von 1:1, um sicherzustellen, dass der Körper ausreichend mit Flüssigkeit versorgt ist. Trinken Sie Tee zudem nicht auf nüchternen Magen, sondern am besten eine Stunde nach den Mahlzeiten, um Reizungen der Magenschleimhaut durch den Tee zu vermeiden und die Nährstoffaufnahme nicht zu beeinträchtigen.
4. Fazit: Kann man bei Gicht Tee trinken?
Gichtpatienten können Grüntee, schwarzen Tee oder Oolong-Tee genießen. Solange sie sich an das Prinzip „zuckerfrei“ und „in Maßen“ halten, sind die Antioxidantien im Tee und sein wunderbarer Geschmack eine tolle Unterstützung gegen Entzündungen. Ein kleiner Hinweis: Auch wenn Tee kein Gicht auslöst, kann er Medikamente zur Senkung der Harnsäure nicht ersetzen. Da die individuelle Situation jedes Menschen unterschiedlich ist, empfiehlt es sich, einen Arzt zu konsultieren.