Wegen der Pandemie sind die Preise in den verschiedenen Teeregionen in den letzten zwei Jahren zwar gesunken, aber einige wenige Regionen haben sich dem Trend widersetzt und sind im Preis gestiegen. Dayuling und HuaGung Top gehören nach Ansicht des Ladenbesitzers zu den Orten mit den heftigsten Preisanstiegen.
Jeder kennt den Grund für den Preisanstieg bei Dayuling: Seit 2015 wurden nach und nach Teeplantagen gerodet, sodass die Produktion auf weniger als ein Zehntel geschrumpft ist. Das drastisch reduzierte Angebot treibt die Preise natürlich in astronomische Höhen. Was den HuaGung Top betrifft, so hängt der Preisanstieg meiner Meinung nach ebenfalls direkt mit der Rodung der Dayuling-Teeplantagen zusammen.
Wie ihr wisst, war Dayuling einst das höchstgelegene Teeanbaugebiet Taiwans. Auf dem Markt für Hochlandtee, wo die Höhenlage den Wert bestimmt, war es natürlich auch das teuerste Pflaster. Vor seiner Rodung kostete der Dayuling 105K Songlu Tee stolze NT$12,000 pro 600 g. Damit stellt sich die Frage: Wer ist der König der Höhenlagen, nachdem Dayuling seinen Thron verloren hat? Richtig! Es ist unser heutiger Protagonist, das Teeanbaugebiet „HuaGung Top“.
Vor zehn Jahren lag der Großhandelspreis für HuaGung Top noch bei unter NT$4,000, während er jetzt (2022) bei NT$6,000 bis NT$8,000 liegt und damit Dayuling bereits überholt hat. Der Ladenbesitzer hat Branchenkenner vor Ort gefragt, warum es auf einmal so teuer geworden ist. Die Antwort lautet: höhere Löhne und gestiegene Düngemittelpreise. Nun, ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen und glaube das natürlich nicht!
Der Ladenbesitzer vermutet, dass der Hauptgrund für den Preisanstieg schlicht und einfach der ist, dass „HuaGung Top den Thron als höchstgelegenes Teeanbaugebiet erklommen hat“. Alle anderen Gründe sind zweitrangig – sonst würden die Preise in anderen Teeregionen schließlich nicht so stark abweichen.
Aber versteht mich nicht falsch, ich will hier keineswegs gegen Preiserhöhungen wettern. Im Gegenteil, ich finde sie „völlig nachvollziehbar“. Schließlich ist es nun mal das höchstgelegene Anbaugebiet, von herausragender Qualität und in geringer Menge vorhanden. Solange die Verbraucher es annehmen, ist es ein fairer Preis, oder nicht?
Ich muss gerade an den Preisanstieg von HuaGung Top denken, weil ich neulich gesehen habe, wie ein Konkurrent HuaGung Top für NT$1,600 pro 600 g anbot – und das auch noch im „1 kaufen, 1 gratis“-Angebot. Da musste ich erst mal laut auflachen. Aber mal im Ernst: Bei einem Großhandelspreis von NT$6,000 bis NT$8,000, was haltet ihr Teefreunde für einen angemessenen Einzelhandelspreis?