Abgestorbene Teebäume

Die Dürre im Jahr 2023 war wahrscheinlich die schlimmste Katastrophe in der Geschichte des taiwanischen Tees. Ein Teebauer erzählte dem Shop-Inhaber, dass seine Frühlingsernte „gleich null“ war, womit er ein halbes Jahr umsonst geschuftet und sogar draufgezahlt hatte, um die Kosten für den Dünger zu decken – und er war noch nicht einmal der am schlimmsten Betroffene. 😭😭

Wie sah also das Schlimmste aus? Die Antwort: Absterbende Teebüsche. In diesem Jahr gab es in allen Anbaugebieten vertrocknete Teebüsche, manche Plantagen waren komplett abgestorben. Auf diesen Feldern gab es nicht nur fast keine Frühlingsernte, sondern in den nächsten drei Jahren wird es dort überhaupt keinen Ertrag geben.

Schon im März waren viele Teebüsche ausgetrocknet. Als der Inhaber durch die Teeplantagen ging, sah er einen Teebauern, der gerade einen „tückischen Radikalschnitt“ (starken Rückschnitt) an seinen Teebüschen vornahm. Damals dachte er noch: Die Pflanzen verdursten ohnehin fast, warum macht er das bloß? Später erfuhr er, dass dieser radikale Schnitt dazu dient, die Verdunstung von Wasser zu reduzieren und so die Überlebenschancen der Teepflanzen während der Trockenperiode zu erhöhen. Damals glaubte er das Ganze nur halb, bis er im Mai an eben diesem Teefeld vorbeikam und sah, dass die Teebüsche überlebt hatten und sogar neue Triebe sprossen (Bild 2). Da dachte er sich nur: Dieser Teebauer hat es echt drauf. Im Nachbarfeld war alles abgestorben, aber seine Teebüsche haben komplett überlebt.

Die genannte Teeplantage hatte zwar eine „Null-Ernte“ im Frühling, aber im Winter konnte zumindest eine kleine Menge geerntet werden, und im nächsten Jahr wird sich der Ertrag wieder erholen. Im Vergleich dazu brauchen jene Teegärten, in denen die Teebüsche abgestorben sind, mindestens drei Jahre zur Erholung und müssen zudem viel Geld für Neuanpflanzungen ausgeben. Sie sind die wahren Hauptleidtragenden dieser Dürre.

Bild 4 zeigt eine Teeplantage im März. Wegen des extremen Wassermangels wirkte damals alles kahl und spärlich – nur der Teebusch auf Bild 5 wuchs extrem üppig. Der Grund: Ein Wassertank hatte ein Leck, und dieser Teebusch stand genau an der tropfenden Stelle. Was für ein glücklicher Teebusch! 😂

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