Wenn von japanischem Grüntee die Rede ist, denken viele zuerst an Matcha, Gyokuro oder Sencha. Diese Teesorten gehören eher in die gehobene Preisklasse, während Bancha im japanischen Alltag ein weitaus bodenständigerer Begleiter ist. Bancha schmeckt angenehm leicht, passt wunderbar zu den Mahlzeiten oder einfach für zwischendurch, ist preiswert und erfreut sich deshalb in Japan großer Beliebtheit.
Japanischer Bancha: Der unkomplizierte Alltags-Grüntee
Anbau und Verarbeitung von Bancha ähneln denen von Sencha, jedoch werden hierfür überwiegend reifere Teeblätter oder die Ernte aus dem dritten und vierten Pflückzyklus verwendet. Kurz gesagt: Bancha wird aus einfacheren Teeblättern hergestellt, was ihn besonders preisgünstig macht und zum klassischen „Haus- und Teetee“ in Japanas Haushalten werden lässt. Auch wenn er nicht die Zartheit von Spitzen-Tees besitzt, machen ihn seine unkomplizierte Art und der faire Preis zu einem entspannten Genuss – und damit zum beliebtesten Alltags-Grüntee Japans.
Die Herstellung von Bancha
Bancha wird in ganz Japan angebaut, von bekannten Teeregionen wie Kyoto über Shizuoka bis hin nach Nara. Die Produktion verläuft relativ unkompliziert und umfasst im Wesentlichen die folgenden Schritte:
| Ernte | Nach der Ernte von Sencha und Gyokuro werden die verbleibenden, reiferen Blätter und Stängel für Bancha geerntet; teils wird auch auf die Herbst- und Winterernte zurückgegriffen. |
| Dämpfen | Die meisten Bancha-Tees werden gedämpft, um die frisch-grüne und leichte Note des Grüntees zu bewahren. |
| Kneten | Der Zellsaft wird ausgedrückt und die Teeblätter in ihre typische Form gebracht. |
| Trocknen | Der Tee wird getrocknet, um den Feuchtigkeitsgehalt für eine gute Haltbarkeit zu reduzieren. |
Zubereitung
| Wassertemperatur | Mit 80–90 °C heißem Wasser lässt sich ein wunderbar milder Aufguss zubereiten. |
| Ziehzeit | Etwa 30 bis 60 Sekunden genügen; nicht zu lange ziehen lassen, um den Geschmack nicht zu beeinträchtigen. |
| Passt zu | Ideal als Begleiter zu unterschiedlichsten Speisen. |
Vor- und Nachteile von Bancha
| Vorteile | Attraktiver Preis, ideal für den täglichen, großzügigen Genuss. Erfrischender Geschmack, der viele Aufgüsse verträgt, kaum bitter wird und für alle Altersgruppen geeignet ist. Geringerer Koffeingehalt. Passt hervorragend zu verschiedenen japanischen Gerichten. |
| Nachteile | Vergleichsweise schlichtes Aroma. Da ältere Blätter und andere Rohstoffe verwendet werden, ist der Geschmack nicht so intensiv wie bei hochwertigem Sencha oder Gyokuro. Älteres Bancha-Erntegut benötigt eventuell eine längere Ziehzeit, um sein Aroma voll zu entfalten. Manche Bancha-Sorten werden zusätzlich geröstet (zu Hojicha), was geschmacklich nicht jedermanns Sache ist. |
Bancha ist kein edler Luxustee, aber gerade wegen seines günstigen Preises gehört er fest zum Alltag vieler Familien. Ob morgens zum Wachwerden, nach dem Essen zur Erfrischung oder einfach zum Entspannen – Bancha ist für viele die erste Wahl im Alltag.