Vor einiger Zeit erhielt ich den Auftrag eines Teefreundes aus Hongkong, eine Charge hochwertigen Muzha Tieguanyin zu finden. Neulich nutzte ich eine Arbeitspause in Lishan, um ins Teegebiet nach Muzha zu fahren. Da die Frühlingsernte jedoch schon zwei Monate zurückliegt, war der gute Tee längst vergriffen. Diesmal konnte ich keinen hochwertigen Tieguanyin finden.
Auch wenn ich keinen Lieblingstee gefunden habe, war es keineswegs umsonst – ich durfte viele seltene Teesorten probieren. Neben dem bekanntesten Tieguanyin (Abb. 1) habe ich Shui Xian (Abb. 2), Dayezhong, Huangjinguizhi (Abb. 3, 5) und Wuyi (Abb. 4) probiert, die alle nach Tieguanyin-Art verarbeitet wurden. Jede einzelne Sorte war absolut augenöffnend!
Die größte Überraschung war jedoch der „Dongfang Meiren (Oriental Beauty)“ (Abb. 6, 7), der aus der „Tieguanyin-Teepflanzenvarietät“ hergestellt wurde. Richtig gelesen, es ist ein Tieguanyin Oriental Beauty! Als der Teebauer mir diesen Schatz zeigte, dachte ich erst, ich hätte mich verhört. Und dieser Geschmack ist einfach unbeschreiblich: süß, weich und „voll von diesem besonderen Noten der Zikadenbiss-Süße“ – definitiv ein Spitzen-Wettbewerbstee!
Allerdings ist dieser Tee unverkäuflich, da nur eine ganz kleine Menge geerntet wird – gerade genug, um Gäste zu bewirten. Es ist schon ein bisschen schade, dass man ihn nicht kaufen kann.
Plauderei des Filialleiters
Bei meinem diesjährigen Besuch im Teeanbaugebiet Muzha ist mir außerdem aufgefallen: „Es gibt weniger Touristen!“, besonders rund um die Maokong-Station ist der Andrang stark zurückgegangen.
Im Gespräch mit einigen Tee-Bauern wurde immer wieder erwähnt, dass „die internationalen Reisenden fehlen“. Das ist ein herber Schlag für die Teebauern in Muzha, schließlich gehört die Maokong-Gondelbahn zu den beliebten Routen für ausländische Gäste und Tieguanyin ist eine berühmte lokale Spezialität. Ohne diese große Gruppe ausländischer Touristen infolge der Pandemie sind finanzielle Einbußen für die Teebauern kaum zu vermeiden.
Liebe Teefreunde, wenn ihr Zeit habt, schaut doch mal in Maokong vorbei. Die Maskenpflicht wurde gelockert, man kann also ohne Maske durch Muzha spazieren und dabei jede Menge frische Luft atmen!
Hinweis: Wenn das Unkraut im Teegarten nicht ausgerupft wird, liegt das nicht an Faulheit, sondern dient dem Schutz von Teepflanzen und Boden. Nach dem Sommer wird es entfernt.