Die hohen Pachtpreise für Ackerland in Lishan 2

Letzten Jahr hat sich unser Einkäufer mit einem Lishan-Teebauern unterhalten. Die jährliche Pacht für dessen rund 0,6 Hektar großen Ackerland betrug sage und schreibe NT$450.000 – damals waren wir von der Pacht schon schockiert, und dieses Jahr wurden wir es erneut: Die Pacht für ein Ackerland von 0,97 Hektar (1 Jia) beläuft sich dieses Mal auf satte NT$1,3 Millionen.

Lishan Ackerland Pacht

Der Teegarten vom letzten Jahr lag an einem abgelegenen, steilen Hang, daher waren die NT$450.000 „günstig“. Dieses Ackerland liegt direkt an der Straße in HuaGung und ist eben, weshalb es teurer ist. Viele Bekannte stellen sich vielleicht dieselbe Frage wie unser Einkäufer: „Kann man bei so hohen Pachtkosten überhaupt Gewinn machen?“ Die Antwort lautet: Ja, das geht. Wenn man zweimal im Jahr Kohl anbaut, deckt das die Pacht und wirft sogar Gewinn ab. Wer geschickt ist, baut zweimal Kohl und dazu einmal grünen Lauch an, womit der Gewinn den Teeanbau bei Weitem übersteigt. Bei guten Marktpreisen für Gemüse hat man das Dreifache der Pacht locker in der Tasche.

Lishan Ackerland Pacht

Ein Teefreund fragte unseren Einkäufer kürzlich, warum man die Kohlfelder in HuaGung nicht einfach auf Teeanbau umstellt. Der Grund dafür ist, dass Gemüse schlichtweg lukrativer ist. Außerdem liebt Kohl einen Boden mit einem pH-Wert zwischen 6 und 6,5. Die Gemüsebauern verwenden Austernschalenpulver und Hühnermistdünger, um diesen pH-Wert zu erreichen. Wenn das Austernschalenpulver erst einmal im Boden ist, lässt sich der pH-Wert nur schwer wieder senken. Teepträucher hingegen bevorzugen schwach saure Böden, weshalb Teepflanzen auf ehemaligem Kohlackerland nicht gut gedeihen wollen. Um den Boden wieder in einen schwach sauren Zustand zu versetzen, müsste man die gesamte Erde austauschen – ein absoluter Albtraum. Da ist es viel einfacher, einfach beim Gemüseanbau zu bleiben, weshalb kaum jemand in HuaGung auf Tee wechseln möchte.

Lishan Ackerland Pacht

Ein Teefreund fragte außerdem, warum Lishan-Tee so teuer ist. Die Grundstückspacht ist hierbei der größte Faktor. Bei diesen Fixkosten ist es schlicht unmöglich, den Tee billig zu verkaufen.

Lishan Ackerland Pacht
Lishan Ackerland Pacht

Mir ist gerade eingefallen, dass Tee aus Gärten direkt neben Kohlfeldern oft von minderer Qualität ist. Abgesehen von dem bereits erwähnten Austernschalenpulver und Hühnermistdünger gibt es auch das Problem mit Pestiziden aus dem Gemüseanbau, weshalb unser Einkäufer solche Lagen nach Möglichkeit meidet. Apropos: Wisst ihr eigentlich, wie man einen Teebauern am meisten auf die Palme bringt? Man pflanzt oberhalb seines Teegartens Kohl an, streut etwas Hühnermist und Austernschalenpulver darauf, und wenn das Regenwasser in seinen Teegarten spült, wird er garantiert kochen vor Wut. (΄◞ิ౪◟ิ‵)

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