Lage des Frühlingstees 2023 im Alishan-Teeanbaugebiet Meishan

Bereits Ende März war der Inhaber im Teeanbaugebiet Meishan, um sich den Frühlingsee anzusehen. Wegen des Regenmangels trieben viele Teebäumen kaum aus, sodass schon damals klar war, dass dies keine gute Frühlingsernte werden würde. Anfang und Mitte April war ich dann noch zweimal dort, und es kam wie erwartet: „geringe Erträge“, „wenig guter Tee“. Die Lage ist noch schlimmer als bei der Frühjahrsernte vorletztes Jahr – womöglich die schwächste Saison seit 20 Jahren.

Die Teegärten in Meishan konzentrieren sich hauptsächlich auf die Dörfer Taiping, Bihu, Taixing, Ruifeng, Ruili und Taihe.

Die Region um Taiping, Bihu, Taixing und Ruili hat es ziemlich hart getroffen. Bei meinem Besuch Ende März waren viele Teebäumen gelb und vertrocknet, im April gab es sogar noch Bäume, die überhaupt nicht ausgetrieben hatten. Viele Teeplantagenbetreiber haben die Ernte des Frühlingsrees bereits aufgegeben und hoffen einfach nur, dass die Teebäume die Dürre überstehen. In dieser Gegend machen eigentlich nur einige wenige Jinxuan-Teegärten eine gute Figur, die über ausreichend Bewässerungswasser verfügen. Anderer Jinxuan-Tee und Qingxin-Oolong, denen Wasser fehlt, sind in einem bedauernswerten Zustand – der Ertrag liegt hier wahrscheinlich bei weniger als der Hälfte des Vorjahres.

Im Dorf Ruifeng, das etwas weiter nördlich liegt und etwas mehr Regen abbekommt, sieht es besser aus als in den vorherigen Dörfern. Dennoch gibt es auch hier viele Teegärten mit ungleichmäßigem Austrieb, ungleichen Blättern (Gongsun-Blätter) und verfrüht geöffneten Knospen (Abb. 2 und 3). Der Jinxuan-Tee wird derzeit in großem Stil geerntet, und für Ende April ist die Haupternte des Qingxin-Oolongs geplant. Auch hier hängt alles davon ab, ob genügend Bewässerungswasser vorhanden ist: Einige Teegärten stehen wirklich hervorragend da, während andere, die offensichtlich nicht bewässert wurden, ziemlich mitgenommen aussehen. Der Ertrag liegt bei rund 60 % des Normalwerts.

Im Dorf Taihe gibt es ebenfalls Probleme mit spärlichem Austrieb, ungleichmäßigem Wachstum und zahlreichen Gongsun-Blättern. Nach Einschätzung des Inhabers ist dies jedoch die Region in Meishan mit dem im Vergleich besten Zustand der Frühlingsernte. Die Teebauern erzählten, dass es oben in den Bergen absolut kein Wasser gebe und das Bewässerungswasser von weiter unten aus dem Tal heraufgebracht werden müsse. Ein großer Vorteil hier ist die Nähe zum Alishan-Fluss – mit dem Auto ist man in einer halben Stunde hin und zurück. Vermutlich wächst der Tee deshalb vergleichsweise gut, und zumindest größere Vertrocknungserscheinungen bleiben aus. Der Ertrag erreicht etwa 60 % des üblichen Niveaus.

Das Bild oben (Abb. 4) zeigt das Teeanbaugebiet Zhangshuhu. Allein an der Farbe des Bambuswaldes auf dem Foto sieht man, wie extrem wenig es hier geregnet hat – in den vergangenen Jahren war hier alles sattgrün.

Ich spare mir diesmal die Fotos von vertrockneten Teebäumen, um euch nicht den Tag zu verderben, und habe stattdessen ein paar schöne Teegärten ausgewählt. Auch in den Gemeinden Zhuqi und Fanlu sieht es übrigens nicht viel besser aus, dazu erzähle ich euch beim nächsten Mal mehr.

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