Duyun Maojian Tee stammt aus Duyun, Guizhou in China. Er gehört zu den Grüntees und zählt zu den zehn berühmtesten Tees Chinas. Duyun ist oft in Nebel gehüllt, mit milden Wintern und Sommern ohne extreme Hitze, wodurch sich der dort angebaute Tee deutlich von anderen unterscheidet. Bereits in der Ming-Dynastie war Duyun-Tee ein kaiserlicher Tributtee, und in der Qing-Dynastie begann sogar der Export ins Ausland, was seine große Beliebtheit unter Beweis stellt.
Ursprung und Merkmale des Duyun Maojian Tees
Duyun Maojian Tee wird auch „Bai Maojian“, „Xi Maojian“ oder „Yugou Cha“ (Angelhaken-Tee) genannt. In den 1950er Jahren wurde die Bezeichnung einheitlich als Duyun Maojian Tee festgelegt. Dank des milden Klimas in Duyun sowie des sauren bis leicht sauren Bodens, der reich an Eisen und Phosphaten ist, besitzt dieser Tee ein ganz besonderes Aroma. Seine Merkmale sind kräftige Knospen, gut sichtbare feine weiße Härchen (Baihao) und ein frischer, intensiver Geschmack. Jemand beschrieb den Duyun Maojian Tee einmal so: „Schneeknospen duften in Duyun, den Longjing und Biluochun in nichts nach. Nach dem Trinken bleibt ein erfrischender Hauch, der Geist und Seele belebt.“ Das lässt bereits auf seine hervorragende Qualität und den Geschmack schließen.
Herstellungsmethode
Der beste Duyun Maojian-Tee wird um das Qingming-Fest herum geerntet. Dabei werden nur eine Knospe und ein Blatt gepflückt, bei noch hochwertigerem Tee sogar nur die Einzelknospe. Die Ernte und Verarbeitung sind jedoch äußerst mühsam: Zehntausende Teeblasen werden für nur ein Kilogramm benötigt. Die frisch geernteten Teeblätter werden ausgebreitet, und alte sowie beschädigte Blätter werden aussortiert. Nach einer zweistündigen Ruhephase beginnt die eigentliche Verarbeitung. Diese umfasst vier Arbeitsschritte: das Erhitzen (Shaqing), das Rollen, das Formen und Ausbilden der feinen Härchen (Tuotuan Tihao) sowie das Trocknen.
Traditionell erfolgt das Erhitzen in Handarbeit in einem 120 °C heißen Wok, in dem die Blätter ca. 3 Minuten lang von Hand gewendet werden, bis sie ihr Aroma entfalten, weich werden und zum Rollen entnommen werden können. Beim anschließenden Rollen wird die Wok-Temperatur bei 70 °C gehalten, während die Teeblätter zu Streifen gerollt werden. Für das Formen und Ausbilden der Härchen (bei ca. 60 °C) werden die Teeblätter in der Hand zu kleinen Bällchen geformt, wieder aufgelockert und erneut geröstet. Dieser Vorgang wird etwa 7-mal wiederholt, bis sich die feinen weißen Härchen (Baihao) aufrichten und der Restfeuchtegehalt 30 % erreicht hat; danach beginnt der Trocknungsprozess. Bei diesem wird der Feuchtegehalt auf 6 % reduziert, womit der Herstellungsprozess abgeschlossen ist.
Zubereitung von Duyun Maojian-Tee
Duyun Maojian-Tee ist ein edler und aufwendig herzustellender Spitzen-Tee, weshalb auch seine Zubereitung einiges an Feingefühl erfordert. Als Wasser sollte unbedingt Quell- oder Mineralwasser verwendet werden, kein destilliertes Wasser. Das Wasser aufkochen und 5 Minuten abkühlen lassen, bis die Wassertemperatur auf 80 °C gesunken ist, bevor der Tee aufgegossen wird. Keinesfalls zu heiß aufgießen, da der Tee sonst leicht bitter wird.
Ein Verhältnis von 1 zu 50 ist ideal: Für eine 100-ml-Teekanne verwendet man 2 g Duyun Maojian-Tee. Am besten eignen sich transparente Teekannen. Die Ziehzeit beträgt beim ersten Aufguss etwa 2 Minuten, danach verlängert sie sich pro weiterem Aufguss um jeweils 1 Minute. Der Tee lässt sich etwa 4-mal aufgießen.