Pu-Erh-Tee (engl. Pu’er Tea) stammt aus der chinesischen Provinz Yunnan, wobei sich die Hauptanbaugebiete in der Stadt Pu’er befinden. Er gehört zu den nachfermentierten Schwarzen Tees und ist Chinas bekanntester Tee. Er wird typischerweise in Form von Teekuchen oder Ziegeln gepresst, seltener als loser Tee angeboten. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er mit der Zeit immer besser wird. Gereifter Pu-Erh entwickelt ein ganz besonderes Aroma und ist nicht nur ein Genussmittel, sondern auch ein begehrtes Sammlerstück.
Yunnan Pu-Erh-Tee: Chinas repräsentativster Edentee
Die Region Yunnan produziert seit jeher hochwertigen Tee. In der Ming-Dynastie wurde der Tee hier als „Pu-Tee“ bezeichnet. Während der Regierungszeit von Kaiser Yongle (Zhu Di) wurde zwar die Herstellung von gepresstem Grüntee eingestellt, da Pu-Tee jedoch zur Kategorie des Schwarzen Tees gehörte, blieb seine Presskunst erhalten. Moderner Pu-Erh-Tee ist vor allem für seine gepressten Formate bekannt, wobei Teekuchen und Teeziegel besonders beliebt sind. Er gilt als der repräsentativste Tee Chinas.
Der Unterschied zwischen Sheng (Roh) und Shou (Gereift)
Traditioneller Pu-Erh-Tee entsteht in der Regel dadurch, dass Roh-Maocha gepresst und dann natürlich gelagert wird. Dieser Tee wird als Sheng (Roh-Pu-Erh) bezeichnet. Zu Beginn schmeckt Sheng Pu-Erh meist noch nicht besonders mild, entwickelt jedoch nach einer Reifezeit von über fünf Jahren ein wunderbares Reearoma. Da fünf Jahre jedoch eine lange Zeit sind, wurde später ein Verfahren namens „Wodui“ (Haufengärung) eingeführt, um den Prozess zu beschleunigen. Dadurch wird innerhalb von etwa zwei Monaten ein Effekt erzielt, der einer fünfjährigen Reifung ähnelt. Der so hergestellte Tee wird als Shou (gereifter Pu-Erh) bezeichnet. Da die Herstellungszeit kürzer ist, ist Shou-Tee preisgünstiger. Dennoch gilt naturgereifter Sheng Pu-Erh nach wie vor als der allerbeste Pu-Erh-Tee auf dem Markt, der auch den höchsten Sammlerwert besitzt. (Das Bild oben zeigt Roh-Pu-Erh, das Bild unten gereiften Pu-Erh)
Die Besonderheiten von Pu-Erh-Tee
Das größte Merkmal des Pu-Erh-Tees ist seine Eigenschaft der „Nachfermentierung“. Ob Sheng oder Shou – bei guten Lagerbedingungen fermentieren die Teeblätter im Laufe der Zeit kontinuierlich weiter und schmecken mit den Jahren immer besser. Man sagt nicht umsonst: „Je älter, desto besser.“ Das ist der Hauptgrund, warum gereifter Pu-Erh so beliebt ist. Pu-Erh-Tee wird meistens in gepresster Form hergestellt, wie zum Beispiel als Teeziegel, Teekuchen, Tuocha (Nesttee), Press- und Quadertee. Ursprünglich wurden die Tees gepresst, um den Transport zu erleichtern, doch man stellte fest, dass diese Form auch der Lagerung und Fermentation zugutekommt. Daher wird die Mehrheit des Pu-Erh-Tees bis heute in gepresster Form angeboten.
Hinsichtlich Geschmack und Aussehen zeigen sich bei Sheng Pu-Erh (Roh-Pu-Erh) Blätter von grünlicher bis schwärzlicher Farbe. Nach dem Aufgießen ist der Aufguss rötlich und der Geschmack mild sowie aromatisch. Shou Pu-Erh (gereifter Pu-Erh) hat ein rötliches Äußeres und einen meist dunkelroten Aufguss. Zu Beginn ist der Aufguss von Sheng Pu-Erh eher dezent und klar, doch mit zunehmender Reifezeit wird die Tassenfarbe tiefer und der Geschmack kräftiger sowie duftender.
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