Wie man guten und schlechten Pu-Erh-Tee unterscheidet

Pu-Erh-Tee wird in Sheng (Roh) und Shou (reif) unterteilt. Shou-Tee wird nach dem Heap-Fermentationsverfahren (Wodui) direkt zum Aufkochen und Genießen angeboten, während Sheng-Tee gelagert werden muss. Unter den teuren Pu-Erh-Tees auf dem Markt ist gereifter Sheng Pu-Erh am beliebtesten. Um die Qualität, Güte und den Wert von Pu-Erh-Tee zu erkennen, muss man daher zunächst die Herstellungs- und Lagerungseigenschaften von Sheng Pu-Erh verstehen.

Sheng Pu-Erh und Shou Pu-Erh

Sheng Pu-Erh (auch roher Pu-Erh genannt) ist Tee, der nach der Verarbeitung zu Roh-Maocha zu Fladen oder Ziegeln gepresst und anschließend durch Lagerung nachfermentiert wird. Der Unterschied zum Shou-Tee besteht darin, dass Sheng-Tee keine Wodui-Fermentation durchläuft. Da die Herstellung von Sheng Pu-Erh schwierig ist und Zeit zum Reifen benötigt, übertrifft seine Qualität die von Shou-Tee bei Weitem und er erzielt auch den höchsten Marktwert.

Um die Qualität von Pu-Erh-Tee zu beurteilen, muss man zunächst zwischen Sheng und Shou unterscheiden. Dies gelingt am besten anhand von Aroma, Teufarbe und dem Infusionsbett (den aufgegossenen Teeblättern). Shou-Tee hat durch das Wodui-Verfahren ein typisch reifes Aroma. Ein solcher Reifeschmack ist auch bei trocken gelagertem Pu-Erh (Dry Storage) zu finden, der weniger als 5 Jahre alt ist, wandelt sich jedoch bei trocken gelagertem Pu-Erh nach 10 Jahren in ein tiefes Holz- oder Kampferaroma (Chenxiang). Shou-Tee behält diesen reifen Geschmack jedoch dauerhaft bei.

Was die Teufarbe betrifft, so ist Sheng Pu-Erh meist kastanienrot, während Shou-Tee von dunkelbraun bis tiefschwarz reicht. Im Teebett zeigt sich Sheng Pu-Erh in Kastanienbraun bis Dunkelbraun mit frischen Teeblättern; selbst bei über 10 Jahre altem Tee lässt sich noch die Vitalität der Blätter erkennen. Bei Shou Pu-Erh ist das Teebett meist dunkel bis schwarz, die Teeblätter sind trocken, schmal, alt, hart, wirken weniger lebendig und sind stärker gebrochen.

Unterschiede zwischen gutem und schlechtem Pu-Erh-Tee

▲ Sheng Pu-Erh (Roher Pu-Erh).

Unterschiede zwischen gutem und schlechtem Pu-Erh-Tee

▲ Shou Pu-Erh (Reifer Pu-Erh).

Der Unterschied zwischen trockener und feuchter Lagerung (Dry & Wet Storage)

Pu-Erh-Tee muss gelagert werden, damit die Teeblätter auf natürliche Weise fermentieren und reifen. Die Lagerungsmethoden werden in trockene und feuchte Lagerung unterteilt, was schlicht die Luftfeuchtigkeit der Lagerumgebung bezeichnet. Traditionell wird die trockene Lagerung bevorzugt, aber in Lagern mit höherer Luftfeuchtigkeit verläuft die Reifung und Fermentation schneller. Im Allgemeinen ist trocken gelagerter Pu-Erh von höherer Qualität, aber auch teurer.

Wie man trockenen und feuchten Pu-Erh unterscheidet

Feucht gelagerter Pu-Erh ist meist jüngeren Datums, während trocken gelagerter Tee in der Regel älter ist. Im Geschmack zeichnet sich gereifter, trocken gelagerter Pu-Erh durch Milde, Ausgewogenheit, ein hohes Aroma, natürliche Süße und eine weiche Textur aus. Feucht gelagerter Tee desselben Alters hat meist eine dunklere Teufarbe, einen dumpfen Geschmack und ein leicht schwebendes, unruhiges Gefühl im Mund. Die aufgegossenen Teeblätter wirken glanzlos und weniger rein. Darüber hinaus ist der Unterschied im Aroma zwischen trockener und feuchter Lagerung besonders markant.

Qualitätsbeurteilung nach Aufguss und Äußeres

Auch am äußeren Erscheinungsbild der Teeblätter lässt sich die Qualität des Pu-Erh-Tees erkennen. Ob Teefladen (Bingcha), Tuocha oder Ziegeltee: Eine intakte Verarbeitung und vollständige Teeblätter zeichnen ein Produkt der Spitzenklasse aus. Sind weder die Blattstränge noch die Blattform erkennbar, handelt es sich um minderwertige Ware. Auch an der Farbe lässt sich viel ablesen: Je älter der Sheng-Tee, desto näher kommt seine Farbe in der Regel einem Schweineleberbraun. Betrachter man den Aufguß, sollte ein guter Tee klar und ölig glänzen. Ist der Sud dunkel, schwarz oder leblos, deutet dies auf eine schlechte Qualität hin. Schließlich kann man am Teeduft riechen: Ein guter Tee sollte ein gereiftes Aroma (Chenxiang) aufweisen, erfrischend und süß schmecken und keinesfalls nach Schimmel riechen – das zeichnet einen guten Tee aus.

Zusammenfassend lässt sich sagen für die Unterscheidung von gutem und schlechtem Pu-Erh: 1. Gereifter Sheng-Tee ist besser als Shou-Tee. 2. Trocken gelagerter gereifter Tee schlägt feucht gelagerten gereiften Tee. 3. Ein gleichmäßiges, intaktes Äußeres ist besser als gebrochene Blätter. 4. Eine dunkelrote Teefarbe ist besser als ein blasses Blaugrau. 5. Guter Tee muss ein gereiftes Aroma besitzen, keinen Schimmelgeruch. Dies sind die wichtigsten Kriterien zur Bestimmung von Qualität und Güte bei Pu-Erh-Tee.

Unterschiede zwischen gutem und schlechtem Pu-Erh-Tee

▲ Gereifter, trockner Sheng Pu-Erh hat die beste Qualität.

Derzeit erzielen gereifte, trocken gelagerte Sheng Pu-Erh-Tees auf dem Markt die höchsten Preise. Ein 357-g-Tee, der nach 3 bis 5 Jahren verkauft wird, kostet etwa 300 RMB. Nach 5 Jahren Reifung liegt der Preis bei etwa 400 bis 500 RMB. Ein über 10 Jahre alter Pu-Erh mit 357 g wird auf dem Markt für 1.500 RMB und mehr gehandelt.

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